Kingdom University 2019

Es begab sich aber am letzten Wochenende, dass die Kingdom University in der Nähe von Göteborg stattfand. Ich bin kein großer Schreiber, man verzeihe mir also schlechte Prosa.

Los ging es um 4 Uhr morgens, denn der Zug nach Hamburg, dann Kopenhagen, dann Göteborg startete um 5 Uhr 30. Mit mir im Zug eine besorgt telefonierende und sehr nervige Dame, im Ruheabteil. Needless to say, dass ich nicht enthused war.

Kurz vor neun pingt mich plötzlich William an:

Nun gut, ich hatte das Ticket drei Monate im Voraus für 63 Euro gekauft, und eine reguläre Fahrt nach Hamburg würde auch schon über 70 Euro kosten. Also, change of plans, und so stieg ich in Hamburg aus und verbrachte den Rest der Anreise mit Katherina und William im Auto. Schön wars!

Am Abend selbst war ich wie immer überfordert mit zuvielen Menschen. Und sehr gerädert. Außerdem hatte ich keine extra Kopfbedeckung dabei und keine Lust die Haare zu machen, also mußte ich improvisieren.

(Bild von Danel Styringheim)

Nachdem ich ebenfalls keine Lust auf Haargetüdel hatte, wurde es halt das Krönchen, welches Johanna rechtzeitig vorher repariert und poliert hatte (danke!)

Zwei liebe Menschen wurden zur Vigilie geschickt, um sich zu überlegen, ob sie den Titel und Job eines Laurels respektive Pelicans annehmen wollten. Das hieß für den Rest der Leute: feiern am schwedischen See. Sehr hübsch, sehr malerisch, endlich wieder bekannte Gesichter sehen, es war eine schöne Nacht.

Am nächsten Morgen besuchte ich zunächst eine Klasse von Matti über Kleidung der Völkerwanderungszeit in Nordeuropa. Hochspannend, insbesondere, weil er auch einige Rekonstruktionen mitgebracht hatte.

Dann machte ich mich fertig, denn so schön schlicht römische Klamotte auch ist, sie wirkt halt am besten mit entsprechender Frisur und Make-up.

Im nächsten Block schaute ich zu Marits Klasse über mittelalterliche Gärten. Leider ein bisschen zu spät, aber ich konnte immerhin noch durch die Bücher blättern.

Ebenfalls am Rande war ich bei Eleanor’s Klasse über Haarnetze. Ich hatte schon einmal netzen gelernt, bei einer Dame die Reenactment betreibt, und es sehr historisch anlegte, aber leider die Hälfte wieder vergessen. Eleanor’s Klasse war leicht verständlich und sie sehr geduldig. Wer selbst Netze machen möchte und die Knotentechnik lernen, ist bei ihr gut aufgehoben.

Dann war ich dran. Mein Workshop, der eigentlich “How to get help” hieß, und den ich auf früheren Events schon angeboten hatte, kam nie so wirklich an. Duncan hat mir dann auf Double Wars empfohlen, das ganze anders zu benennen, weil die class echt gut sei. Unter dem Namen “The Art of Managing a Team” waren dann doch sechs Leute interessiert daran und durchaus begeistert, soweit ich das beurteilen kann.

Zu guter Letzt war ich dann noch einer von zwei Teilnehmern an Edricus’ Klasse “how to be an officer”. (Wahrscheinlich braucht die auch einen besseren Titel.) Erkenntnis: viele Sachen im Service Bereich laufen aufs Gleiche raus: was motiviert Menschen, warum engagiert man sich ehrenamtlich, wie begeistert man Menschen von etwas.

Ja, und dann war es schon Zeit für das Bankett, das schon um 17 Uhr stattfand.

Und was für ein Essen! Ich gestehe, ich habe nie ein besseres Feast gehabt. Vier oder fünf Gänge, alle mit unterschiedlichen Gerichten, darunter ein Fischgang, alles lecker, alles warm (so es warm sein sollte), bis auf einen Pie (can’t stand pies) alles ohne Kohlehydrate / Sättigungsbeilagen, sprich: sehr gemüselastig, kurz und gut: ein Traum. Der Abschluß mit Gewürzbirnen war das Tüpfelchen auf dem i.

Die drauf folgende Hofhaltung habe ich geschwänzt. So schön elevations auch sind, aber stundenlang in einer Kirchenbank sitzen, immer noch angeschlagen, müde und erkältet, das war dann doch nicht meins. War auch eine gute Idee, ich glaube, gegen zehn oder elf war die Hofhaltung erst fertig.

Dafür gab es mehr Gespräche, dann wurde noch schnell die Tasche gepackt, und am nächsten Morgen hatte ich dann nicht nur meine Tage, sondern auch eine richtige Erkältung und war immer noch unausgeschlafen, weil wir bereits gegen 8 Uhr zum Frühstück verabredet waren.

Der Rückweg verlief wie der Hinweg, nur stiller. Mit dem Auto nach Hamburg, von dort per Zug heim.

Meine persönliche Schmerzgrenze für Events am Wochenende sind ab sofort 7 Stunden Anreisezeit. Für alles andere benötige ich mehr Urlaub.

Und sonst?

Ich brauche die class Unterlagen von Matti. Und die Rezepte vom Feast.

Wir brauchen mehr Schulungen zum Thema vocal heraldry.

Es gab mal eine Übersicht, wer wann auf wen anstößt – das sollte man wieder pflegen und in Erinnerung rufen.

Ich bin immer noch irritiert, dass in ID offenbar neuerdings huzzah statt vivant gerufen wird und heiße es auf Königreichsebene nicht gut.

Und es gibt ein bald nicht mehr so geheimes Projekt – stay tuned.

Außerdem: ich muß häufiger zu Events in kleineren Gruppen. Ich glaube, zum Beispiel die Nordschweden oder auch die Finnen haben das gleiche Problem wie die Deutschen und Österreicher: sie sind einfach so weit ab vom Schuss, dass kein Mensch vorbei kommt. Schade.

Und: SCA ist fein. Ich möchte häufiger zu Events.

Mein Wochenende, coronation

Am Freitag Nachmittag setzte ich mich mit kleinem Gepäck und meinem neu genähten Kleid in den Zug nach Rotterdam.

Hat alles super entspannt geklappt, so dass ich schon um halb zehn vor Ort der June Coronation war. Court war im vollen Gang, also setzte ich schnell die Tasche ab, zog die mundane Jacke aus und ein Kopftuch auf, et voilà.

Rest des Abends: etwas zu essen finden, mit Freunden reden, auf Freunde warten, Victoria’s vigil party genießen.

Schlafen ging super, es gab Ohropax und kaum Schnarcher im Saal (außer mir?), das war ganz gut.

Samstag: viel Sonne, mehr Gespräche, zwei Courts, achja, ich war Court Herald für Insulae Draconis vormittags, das war sehr schön und hat mich sehr stolz gemacht. Am Nachmittag war ich schon wieder mutig und habe bei der A&S competition jemanden bewertet. Schön, dass dieses Wettbewerbsgedöns jetzt langsam in Richtung Spaß sich wieder bewegt, gut organisiert ist und freundlich gegenüber den Teilnehmern.

Ich habe ein Sprang Haarnetz und eine Tasche bewertet, einmal nach alten Regeln, einmal nach neuen, die ausprobiert werden wollten. Wie schön, mit Hiltrud aus Trivium jemanden zu haben, der sprangt! Und, ich muß sagen, richtig gute Arbeit zeigt. Bei der Kritik habe ich mir Mühe gegeben, sehr genau zu sagen, warum ich Punkte abgezogen habe und was ich gerne beim nächsten Mal anders sähe, um volle Punktzahl zu vergeben. Ich glaube und hoffe, das ganz gut hinbekommen zu haben.

Außerdem wurde von Lady Sela noch ein sehr guter Workshop zum Thema Drachenwald Webseite abgehalten – das macht Spaß, das geht in die richtige Richtung, ich freu mich!

Feast am Abend mit sehr leckeren Vorspeisen, zuviel Court Business meiner Meinung nach und dann, endlich, der freie Abend. Viele Gespräche, ein bisschen zu wenig Grundlage an Essen für die Mengen an Alkohol, um halb vier habe ich dann das Licht als letzte ausgemacht. 😀

Rückfahrt am Sonntag mit Baron und Baronin (danke! 💚) , guten Gesprächen, etwas Schlaf, dann weiter im Zug (ich bin die Göttin des Nahverkehrs! Ich habe nicht nur ein Ticket im ausgebuchten ICE bekommen, sondern sogar eine Platzreservierung.) War trotzdem sehr durch am Abend. Gottseidank habe ich den besten Mann von allen, der mich freundlich und liebevoll durch den Abend geführt hat.

Jetzt reicht es erstmal mit SCA. Bis Herbst. 😁

Die Pitney Fibel oder: was ein Paar Schuhe ausrichten

Es begab sich aber zu der  Zeit, dass die Sommerkrönung der SCA in Drachenwald (Europa) stattfand und das Gepäck einer Dame, die dies Event besuchte, leider nie in Nürnberg ankam. (Um es vorwegzunehmen, das Gepäck ist inzwischen wieder aufgetaucht und wohlbehalten bei ihr daheim). Dies führte dazu, dass sie während des Mittelalterevents keine Gewandung hatte, welches zwar ärgerlich und lästig war, denn für eine Krönung zieht man sich immer nochmal extra schick an, aber gelöst wurde durch das Ausleihen von Sachen anderer Teilnehmer.

Am Sonntag allerdings stand ein minimal größeres Problem im Raum, nämlich: Woher bekommt sie Schuhe? Ihre Ballerinas waren zugegebenermaßen nicht wirklich für längere Touren geeignet. Also fragte ich sie, welche Schuhgröße sie hätte, und sagte auf ihre Antwort “37/38” ein kleines Gebet zum Herrgott, der mir wohl damit ein Zeichen gab. Ich trage nämlich besagte Größe und die einzigen Schuhe, die ich noch dabei hatte außer denen an meinen Füßen waren die meiner Gewandung.

Wir erinnern uns: Im Sommer schaute ich, in Ergänzung zu meiner römischen Darstellung, wieder einmal nach “calcei“, denn nach meinem letzten Wissensstand trugen die sogenannten “Mittelalter-/Wikinger-Schuhe“, also die Dinger, die man auf jedem Markt zu kaufen bekommt, wenn überhaupt dann nur arme Leute im römischen Reich.

Und siehe da, in der örtlichen Galeria Kaufhof stand ein Paar Halbschuhe, die perfekt aussahen. Stabile Sohle, rotes Leder, symetrische Lederschlaufen (man mußte nur das asymetrische Gummigeschnubbsel entfernen) … genau so, wie es in den Museen in der Vitrine zu sehen ist (ja, gut, mit moderner Sohle halt, das war mir aber nur Recht). 

Waren allerdings von Josef Seibel (renommierte Marke mit qualitativ hochwertigen Schuhen) und kosteten knapp hundert Euro. (Oh, ich sehe gerade beim Link einfügen, es gibt sie auch in grün! Wie genial!)

Lange Rede, kurzer Sinn. Die Schuhe wurden damals gekauft und nun an die schwedische Fußbekleidungslose verliehen mit der Bitte, sie bitte möglichst per Track&Trace und versichert zurückzuschicken, da sie mir doch lieb und teuer sind.

Gestern kamen sie wieder bei mir an, zusammen mit einer lieben Karte und einer Brosche, die mich nunmehr dazu “zwingt”, mal über eine Frühmittelalterdarstellung nachzudenken. Ich meine, ich kann ja nicht ein neues Schmuckstück haben und keine passende Gewandung dazu, oder? 🙂

Alle folgenden Infos via: PeraPeris, die ich im Übrigen von Herzen empfehlen möchte, denn die beiden römischen Fibeln, die ich kurz vorm Event von ihnen kaufte, sind ebenfalls fabelhaft.

Die Pitney-Brosche (Pitney brooch) datiert um die Zeit von 1050 bis 1100 und gehört damit der ausgehenden Wikinger-Zeit an. Der Originalfund befindet sich heute im British Museum in London.

Die Pitney-Brosche zeigt zwei kämpfende Schlangen im sogenannten Urnesstil, der typisch für die späte Wikinger-Zeit war. Dieses Motiv symbolisiert vermutlich den immerwährenden Kampf zwischen den Kräften, also das ewige Ringen von Gut und Böse in der Welt, wie es in der Wikinger-Zeit häufig thematisiert wurde. Die angelsächsische Brosche der späten Wikinger-Zeit ist die Verbindung zweier Kunststile: Das Motiv der Schlange auf der Pitney-Brosche ist eindeutig der Wikinger-Kunst zuzuordnen, Muschelrand und geperlte Schlangenlinie hingegen sind angelsächsiche Charakteristika.

Wie andere Wikinger-Fibeln wurde auch die Pitney-Brosche mittig in Brusthöhe am Frauengewand getragen oder zum Schließen leichter Umhänge verwendet. 

Die Pitney Brosche gehört stilistisch dem Urnes-Stil an, dem letzten der sieben großen Kunststile der Wikinger-Zeit und datiert in die Mitte des 11. Jh.  Den Namen verdankt diese Kunstrichtung der berühmten Stabkirche von Urnes im südlichen Norwegen, an der sich herrliche Schnitzereien in diesem markanten Tierstil bis heute hervorragend erhalten haben. Im Urnesstil findet man im gesamten nördlichen Raum eine Vielzahl von Schmuckstücken, insbesondere durchbrochene Fibeln und Broschen mit wunderbar verschlungenen Leibern, im archäologischen Fundmaterial.

Academia della Danza in Miltenberg

Das Event war wunderbar! Bilder gibt es hier: http://www.flickr.com/photos/avsfoto/sets/72157626139697657/with/5526657268/

Tanzanleitungen für meine Anfänger-Klasse hier: http://mittenmank.wordpress.com/sca/

Ich bin hoch motiviert und habe jetzt richtig Lust, zu tanzen, zu organisieren und was zu tun.

Vielen vielen Dank an alle, die teilgenommen haben, insbesondere natürlich an meine Kursteilnehmer!

Und beim nächsten Mal gibt’s auch den Rattentanz, und wenn wir’s in einer dunklen Ecke machen und ich einen CD-Spieler aufstelle! 😉

Peace of Lissberg

Bin wieder zurück von meinem zweiten SCA-Event seit der Pause. Schön war’s, aber viel zu heiß. Und erste Frustansätze waren auch wieder da. Muß wesentlich vorsichtiger sein. 😦
Tja, ansonsten, was soll ich schreiben: Leben geht weiter, ich habe einige Projekte im Hinterkopf (Songbook, neues Kleid, neues Event) und ich freue mich schon sehr darauf, am kommenden Wochenende Henry & Lisa wiederzusehen! 🙂 *hoppel*

Red Hot Rapier

Back from the event, tired. Went well, around 30 people attended. yay!
We have great guys here, I could just lean back and give duties to others. It’s a good thing, if you don’t have to think about feast or meals or combat _and_ being the event stewart. Autocrat, Reservation Steward & Troll in one person works, though.
Yesterday we had our Shiremeeting with many decisions, today I’m planning the holidays next week.
I must confess, at the moment I’m really tired and looking forward to the next week – no plans, no thoughts, just sleeping and wandering in the franconian swiss (1,5 hours away from our home).
Agilmar is a great guy, I really love him for beeing always behind me. Wouldn’t know, how I would manage some things otherwise.
But well, what else has happened?
I’ve learned a bit about rapier & cloak and will try to authorise at Crown Tourney. Maybe doing a price play next year, depending on how my efforts in fencing turn out.
Gilbere has invited me to Coronation in Ireland – will see if I can get cheap flights from Nuremberg. Would love to see Dublin and the guys up there again. Arpad will cook the feast and I’m really looking forward to it!
Turmstadt is working on it’s new device. We are planning a war in Frankmark next year.
Agilmar has plans for a fencing campaign.
Maybe we (Turmstadt) will have RHR again, depending on how many fencers we (Frankmark) will have next year. Hopefully we are doing St. Matthieus again.
I have curly hair now – it doesn’t look as I wanted it, but it’s okay. Better then the plain cut.
Don’t know to write about that much more right now – realising that my english is really bad here. Well, don’t care. Untill later!