römische Kosmetik

Die wunderbare Sally Pointer hat ein Video vorbereitet, in dem sie die Grundausstattung römischer Kosmetik zeigt und erklärt. Schaut vorbei! 🙂

Sonnenschutz

Es wird Sommer, und was trägt man da als geneigte Römerin? Zum Beispiel einen Sonnenschirm.

Da gibt es unter anderem sehr schlichte Exemplare, die kann man sogar kaufen, allerdings war mir das gerade etwas zu viel Geld zum ausgeben und hatte ich auch keine Zeit und Muße mehr, das selbst zu basteln.

Also mußte die zweitbeste Lösung her, ein schlichter Dekoschirm. Ich habe mich bewußt für die Nylon (wie Seide) Variante entschieden, weil ich Angst hatte, dass mir Papier oder geöltes Papier zu schnell kaputt geht.

Gestern Abend beim Fernsehen wollte ich dann noch einen Stoffstreifen oder so etwas heraussuchen, damit es nicht ganz so hässlich und mit Kleberändern aussieht, und fand dabei… Ta-da ! die Überreste einer Tischdecke, von der ich damals die Fransenborte nicht brauchte. Wann braucht man sowas auch? Nun, heute. Welch ein Stück Glück.

Alles ist grob vorbereitet für die Arbeit während der Zugfahrt, lassen wir uns überraschen.

Pullum frontonianum

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In einen Bräter:
200 ml Rotwein, 1 EL Salz, 100 ml Öl, 3 EL Muskatnuss, 3  EL Bohnenkraut, eine gute Menge Dill (3 EL lt Rezept), eine gute Menge frischer Koriander (3 EL lt Rezept, wobei nicht klar ist, ob Samen oder Blätter gemeint waren).

Ist unterm Strich auch fast egal, ob Samen oder Blätter – Hauptsache, viel. Man kann davon ausgehen, dass die originale Idee war: Koche Huhn in Liquamen mit allen Gewürzen, die du zur Hand hast.

3 Lauchzwiebeln dazu. 3 Hühnerbrustfilets dazu. Alles in den Ofen bei 200° für eine knappe Stunde. Ab & an mal den Sud übers Huhn kippen.

Dinkel dazu. (Gibt es inzwischen beim Rewe “Dinkel wie Reis”, ist narrensicher.)

Das war das Rezept, das ich genommen habe.

Hier ist eine leichte Abwandlung.

Sala Cattabia, Variante 1

4 Portionen, WW “Strich” Wert: 14 pro Portion


Vermischen / pürieren:
1 Packung(en) Bio 6 Kräuter (TK)
3 Blatt/Blätter Minze
2-3 EL Rosinen
6 TL Grafschafter Goldsaft
4 EL Himbeeressig
4 EL Olivenöl
50 ml süßer Rotwein (mazedonisch)


In eine Form schichten:
100 g Finn Crisp Original (1/2 Packung)
300 g Puten-Filetstreifen, gebraten (2 Packungen)
10 EL Parmesan (gerieben) (100 g)
5 EL Pinienkerne, geröstet (1/2 Packung)
1 Salatgurke/n
1 Packung Bio Zwiebel Duo (TK)
 

 Soße drübergeben. Kühl servieren. Guten Appetit!

Cold Cream selbst gemacht

Im Zuge meines neuen Faibles für Römer-Reenactment habe ich mich auch ein wenig mit römischer Schminke beschäftigt und gestern abend nach diesem Rezept die sogenannte Cold Cream (erstmals im zweiten Jahrhundert von Galenos erwähnt) hergestellt.

Man nehme einen kleinen Topf (Flohmarktfund, 2 Euro) und befülle ihn mit einem TL Bienenwachspastillen (eBay), welche man schmilzt. Das Ganze geht verdammt schnell. Dann habe ich 4 TL Aprikosenkernöl dazugegeben. Eigentlich sollte es Rosenwasser und Olivenöl laut Rezept sein, aber ganz ehrlich: Rosenwasser ist teuer und Rosenblüten auch. Also habe ich mir gedacht, Rosenöl muß es auch tun. “Vom Fass” hat zwar Wildrosenöl, als ich welches kaufen wollte, war’s aber grade alle. Ich habe mich dann für Aprikosenkernöl entschieden, Aprikosen gab’s im römischen Reich bestimmt schon. Zusätzlich zur Wachs-Öl-Mischung hinzugegeben habe ich ein paar Tropfen Rosenblütenöl (Naturkostladen, ca. 16 Euro; man möchte gar nicht glauben, wie unterschiedlich 16 verschiedene Rosenöle duften können). Im Nachhinein muß ich sagen, es waren vielleicht drei Tropfen zuviel, aber ich bin auch nicht so der Rosenduftfan. Nächstes Mal vielleicht mit Zitrone.

Dann habe ich den Topf vom Herd genommen heißes bzw. mindestens zimmerwarmes Wasser tropfenweise hinzugefügt. Das gibt lustige Knubbel, wenn die Tropfen im Wasser landen, also heißt es: rühren, rühren, rühren. In meinem Fall mit einem Holz-Schaschlikspieß. Solange Wasser hinzugeben und rühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ich habe vielleicht einen halben Teelöffel Wasser gebraucht.

In ein Gefäß geben, abkühlen lassen, fertig. Benutzen.

Zeitaufwand: 10 Minuten. Ehrlich jetzt. Heraus kommt eine kleine Menge, ca. 15 ml Creme. Die reicht allerdings auch locker. Da die Creme frisch hergestellt wird und sicher nicht so lange hält wie das ganze chemisch konservierte Zeug, ist es besser, weniger herzustellen und dafür häufiger mal die zehn Minuten aufzuwenden. Das Bild mit den Zutaten entstand nach der Herstellung, man sieht also, ich habe noch sehr sehr viel Material um sehr sehr viel weitere Creme herzustellen.

Die Creme letztendlich ist reichhaltig, keine Feuchtigkeitscreme, eher eine Fettcreme. Aber auch nicht so fett wie z.B. Bepanthen. Sie riecht gut und zieht schnell ein. Ich werde meine auf jeden Fall ganz normal benutzen. 🙂

Galens Cold Cream / römische Schminke, Körpercreme

übersetzt aus: Sally Pointer “The Artifice of Beauty”

4 TL Olivenöl

Rosenblüten, stark duftend

1 TL geriebenes Bienenwachs

weiches Wasser (ggf. Rosenwasser)

1 Prise Borax

Das Olivenöl erwärmen, soviele Rosenblüten wie möglich hineingeben (irgendwann ziehen sie kein Öl  mehr). 2 bis 3 Tage ziehen lassen, dann abseihen.

Das Bienenwachs schmelzen, das Olivenöl hinzugeben.

Das Borax in eine kleine Tasse Wasser geben und handwarm halten. (Im Original gibt es kein Borax, es geht auch ohne, aber für Anfänger empfiehlt sich die Benutzung desselben, da es für eine geschmeidigere Verbindung von Öl und Wachs sorgt.)

Den Öl-Wachs-Mix von Herd nehmen und das Wasser unter ständigem Rühren tropfenweise hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Während des Abkühlens weiter rühren. Dann in ein geeignetes sauberes Gefäß füllen und anwenden.