römische Körperketten

Eigentlich sollte dieser Artikel „those damn bodychains!“ oder „warum ich Körperketten nicht (mehr) trage“ heißen, aber seien wir ehrlich, die Geschichte und Archäologie entwickeln sich immer weiter. Daher wäre der korrekte Untertitel eigentlich: „Warum ich sie im Moment nicht trage“.

Dekorative Körperketten gehörten zu den wertvollsten Schmuckstücken in der Zeit vom 1. Jahrhundert bis in die spätrömische Zeit. Wie sie getragen wurden, lässt sich anhand von antiken Wandmalereien und Mumienporträts aus Ägypten rekonstruieren. Darstellungen belegen die weite Verbreitung der Körperketten, obwohl sie sicherlich nur für die wohlhabende Oberschicht der römischen Gesellschaft erschwinglich waren.

Funde

1 – Boscoreale Fund, Gesamtansicht und Detail – Körperkette, 1. Jahrhundert, 70 cm Länge, 325 Gramm
Mehr zum Schatz von Boscoreale / Auch hier auf der Seite des Louvre 

2 – Kette aus Pompeij, Draufsicht, Seitenansicht
Mehr Infos: Ausstellung / Oder auch hier / Und ein paar Bilder

3 – Kette aus dem 1. Jh. (Vesuv), die in diesem Artikel als Catenae(*) beschrieben wird

4 – Eine Kette aus dem 1. Jh. (Vesuv) zu der ich leider nur einen Pinterest-Link habe und nichts weiter. Unklar, ob es eine Körperkette oder eine Halskette ist. Hierzu zum Vergleich eine 3-reihige Halskette aus dem KHM Wien aus der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts.

5 – Hoxne Fund, Vorderseite und Rückseite
Goldene Körperkette, vergraben im frühen bis mittleren 5. Jahrhundert bei Hoxne, Suffolk, England, Länge 84 cm.
Mehr Info auch hier und auf der Seite des British Museum 

6 – Şimleu Silvaniei Fund, Vorderseite und Rückseite – Körperkette mit 52 amulettförmigen Anhängern, ostgermanisch (gepidisch?), 2. Viertel des 5. Jahrhunderts

7 – byzantinische Brustkette, frühes 7. Jahrhundert, 72 cm lang, 640 g schwer, Gesamtansicht und Detailansicht
Mehr Info zur Shekh Abada Kette

(*) catenae: „bis zu sechs Fuß lange Goldketten, die eng um die Taille einer Frau gewickelt wurden und dann ihre Brust und Schultern im Bandelier-Stil kreuzten.“ 6 Fuß = 182 cm.

Repliken

nach Hoxne: https://www.tematika.es/eshop/en/rome/141-body-chain-hoxne.html
(175 EUR, getragen am Modell einer jungen, schmalen Frau)

nach Pompeij: https://www.replik-shop.de/product_info.php?language=en&products_id=927
(179 EUR, etwas kleiner und filigraner im Ganzen, und in der Trageweise ebenfalls am Brustbein orientiert)

Abbildungen

Schauen wir auf weitere Funde, bzw. in das Reich der Abbildungen und Statuen. Wir sehen viel Nacktheit, eine Menge Göttinnen und Musen, die nehme ich mal aus der Betrachtung raus, denn es geht mir um Darstellungen des tatsächlichen Tragens.

1 – Fayum Portrait
Mehr dazu: https://alex-kopein.livejournal.com/321122.html
Was beim Fayum Portrait interessant ist, gerade auch im Vergleich zu den anderen Portraits dieser Art, ist die Tatsache, dass es sich deutlich um ein Mädchen bzw. eine eine junge Frau handelt. Und dass sie die einzige ist, die mit einer Körperkette abgebildet ist, aber das mag der Fundlage geschuldet sein. Hier ist noch etwas mehr zu Fayum Portraits zu lesen: https://en.wikipedia.org/wiki/Fayum_mummy_portraits, ich denke, da bietet sich, gerade was das o.g. Bild angeht, eine nähere Recherche an (wo wurde es gefunden, in welchem Zusammenhang, aus welcher Zeit stammt genau dieses Bild). Muss da nochmal etwas Hirnschmalz investieren.

2 – aus dem Begram Fund: eine Statue aus Indien, 1. Jh. AD
Mehr dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/Begram_ivories
Wikipedia schreibt zur indischen Statue, dass die Funde aus Begram auf ein Datum nicht später als das 2. Jahrhundert datiert wurden, das Gebäude selbst, in dem die Elfenbeine gefunden wurden, wurde auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert. Diese Statue: https://en.wikipedia.org/wiki/Pompeii_Lakshmi (Pompeij Lakshmi), die in Pompei gefunden wurde, legt einen Handel zwischen dem römischen Reich und Indien nahe.

3 – Eine Abbildung aus Pompeij, 1. Jh. AD
Mehr dazu unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Pompeian_Styles
Bei dem Pompeij Bild muss man schon sehr genau hinsehen, um so etwas ähnliches wie den Ansatz einer Kette bei ihr zu erkennen, aber gut. Laut Wiki Commons: „Eine antike römische Wandmalerei in Raum 71 des Hauses von Marcus Fabius Rufus in Pompeij, Italien, zeigt Venus mit einem Amor, der die Arme um sie geschlungen hat. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um eine Darstellung von Kleopatra VII. aus dem ptolemäischen Ägypten als Venus Genetrix, mit ihrem Sohn Caesarion als Amor.“ Da sind wir wieder im Götterbereich. Mein Mann mag was anderes sagen, aber ich bin keine Göttin.

4 – eine Statue, gefunden in Fayum, 1. – 2. Jh.
Mehr dazu: https://www.britishmuseum.org/collection/object/G_1926-0930-42

5 – die Statue einer Nike aus dem 1. Jh.
Mehr dazu: https://www.gazettenet.com/Smith-College-Art-Museum-unveils-treasures-from-ancient-Rome-7790768 (mit Video) und hier: https://exhibitions.kelsey.lsa.umich.edu/oplontis-leisure-and-luxury/sculpture.php
Hat zwar Kleidung unter der Körperkette, aber kommt für mich nicht Betracht, da es wieder eine Götterdarstellung ist (und ohnehin lang vor meiner Zeit)

Literatur

Beim Suchen nach Catana, Catanae, Body Chain etc. bin ich noch über dieses pdf („THE ROMAN COURTESAN – archaeological reflections of a literary topos“) gestolpert. In diesem heißt es unter anderem:

Der zweite von Horaz erwähnte Schmucktyp, die Catella, ist die lange goldene Körperkette, die einen spezifischen Zusammenhang mit (käuflichem) Sex zu haben scheint. Wie Vincenzo Scarano Ussani festgestellt hat, sind goldene Körperketten, die immer gekreuzt am nackten Körper getragen werden, in einer bedeutenden Anzahl von erotischen Bildern vorhanden. Eine gekreuzte Kette ist auch in der erotischen Szene auf einem bronzenen Spiegeldeckel zu sehen, der auf der Esquiline gefunden wurde. Die Interpretationen dieser weiblichen Figur variieren von einer Kurtisane bis zu einer sexuell befreiten ’normalen‘ römischen Matrone, aber wie ich oben angedeutet habe, gilt das Argument mit Gold und Luxusobjekten nicht unbedingt nur für Matronen, und so könnte hier durchaus eine Kurtisane gemeint gewesen sein.

Die goldenen Ketten, die um die Flanken liefen, und das Gold, das die dominae an den Füßen trugen, werden in der oft zitierten und rätselhaften Passage von Plinius erwähnt, die besagt, dass solche Juwelen zum Erkennungszeichen einer „Mittelschicht“ von Frauen zwischen Matronen und Plebs wurden.
Lasst die Frauen … goldene Ketten nach Belieben um ihre Hüften laufen; und lasst kleine Beutel mit Perlen unsichtbar, an Gold aufgehängt, vom Hals ihrer Besitzerinnen hängen, so dass sie selbst im Schlaf das Gefühl haben, Edelsteine zu besitzen; aber sollen auch ihre Füße mit Gold beschlagen sein, und soll Gold diesen Ritterstand schaffen, der zwischen dem Gewand der Matrone und dem gemeinen Volk liegt?“

Diese juwelengeschmückten ‚Mittelklasse‘-Dominae hatten also nach Plinius nicht das Recht, die Stola zu tragen, waren also keine Matronen, aber auch zu wohlhabend, um zur Plebs zu gehören. Die beiden Arten von Schmuck, auf die sich Plinius bezieht, sind genau die, die im Zusammenhang mit Prostituierten (meretrician / meretrix = Dirne) konnotiert sind: Catenae an den Flanken und Gold an den Füßen, also Fußkettchen. Der dritte erwähnte Schmuck – Perlen, die sie in der Nacht in einem Beutel um den Hals trägt – erinnert an die Sorge der Prostituierten, dass ihr Schmuck gestohlen werden könnte. Vielleicht sollte der Hinweis hier, statt auf eine Klasse neureicher freier Frauen, als Hinweis auf libertine dominae (im Sinne von puellae) gelesen werden.

(…) Die vollständigsten langen goldenen Catella im Gebiet des Vesuvs stammen aus der Villa von Boscoreale und aus der sogenannten Villa B von Oplontis (ein gewerblicher Lagerkomplex) unter den Habseligkeiten des Skeletts Nr. 27, vermutlich einer Frau. Ein relevanterer Fall in diesem Zusammenhang ist jedoch die lange und vollständige goldene catella, die in einer Taverne (caupona), im Herbergsviertel beim Flusshafen von Murecine/Moregine bei Pompeij (Raum 8), gefunden wurde. Sie wurde unter den Habseligkeiten des Skeletts einer ca. 30-jährigen Frau entdeckt, die mit drei jüngeren und einer älteren weiblichen Person aufgefunden wurde. Zu ihren Habseligkeiten gehörten goldene halbkugelförmige Armbänder, ein Schlangenarmband und ein weiteres mit der Inschrift domnus ancillae suae auf der Innenseite. Der Armreif mit der Inschrift war Gegenstand langwieriger Diskussionen über den Status der Ancilla und die Frage, wem das Gold gehörte. Vincenzo Scarano Ussani hält es für sehr wahrscheinlich, dass das Gold das peculium einer Sklavin ist, sehr wahrscheinlich einer Prostituierten.
(domuns ancillae suae: Vom Meister für seine Sklavin / Bild: https://www.flickr.com/photos/mikecatalonian/27227836262)
(peculium: der Besitz von Personen, die ihrer Rechtsstellung nach nur eingeschränkte Eigentumsrechte besitzen)

(…) (Catella:) In zahlreichen Bildquellen werden solche Ketten überkreuzt auf der Brust und auf dem Rücken getragen, wobei sie bis zur Taille herabhängen, immer an einem nackten Körper und nie über der Kleidung. Wir finden dies auf mehreren Bildern von Venus und Amor, und somit wäre die visuelle Anspielung eines solchen Schmucks, wenn er am Körper getragen wird, direkt auf die juwelenbesetzte Nacktheit der Venus selbst gewesen. (…) Sex ohne Kleidung, oder insbesondere ohne das Strophium, könnte als typisch für Meretrices angesehen werden (…) Auch Trimalchios Fortunata, die durch viele Hinweise im Text als „Ex-Kurtisane“ bezeichnet wird, trägt eine gelbe Cingillum-Kette/Gürtel, die auf diesen Schmuck verweisen könnte, und sogar goldene Fußkettchen.

„THE ROMAN COURTESAN – archaeological reflections of a literary topos“

Vorläufiges Fazit

  • Catella scheint der Fachbegriff zum Suchen zu sein.
  • Es gab Körperketten.
  • Funde hierzu tauchen vom 1. bis zum 7. Jahrhundert auf.
  • Fast alle Abbildungen und Statuen hierzu sind aus Pompeij bzw. dem 1. Jahrhundert.
  • Die Längen der Ketten werden zwischen 70 und 80 cm (ich zweifle etwas an den im Smithsonian Artikel benannten 182cm) angegeben.
    (70/80 cm Länge ist in etwa ein handelsübliches Maßband (doppelt genommen). Wenn ich mir das schräg über die Schulter hänge, geht es bis runter zur Hüfte, das könnte also passen.)
  • Dargestellt / vorgestellt werden Körperketten an schmalen Büsten mit der vorderen „Kreuzung“ im oberen bzw. mittleren Teil des Brustbeins.
  • Die Personen, die diese Ketten trugen, soweit bekannt, sind junge Mädchen (Fayum Portrait) oder vermutlich Prostituierte (Pompeij Fund), zumindest aber keine Matronen.
  • Es wäre es nicht uninteressant zu erfahren, ob Körperketten nach dem 1./2. Jahrhundert überhaupt noch getragen wurden. Denkbar ist auch, dass sie nur noch zu zeremoniellen Anlässen dienten, oder als reine Grabbeigabe, Wandschmuck oder dergleichen.
  • Interessant für meine Persona wäre am ehesten die Kette aus Rumänien.
  • Es gibt für mich zu wenig Hinweise darauf, dass Körperketten in der Spätantike von ehrbaren Frauen getragen wurden.
  • Oh, und ich muß noch Excavated Roman Jewelry: The Case of the Gold Body Chains lesen.

Bleibt neugierig!

Töpfern mit dem Rad

Wie man auf einem Rad töpfert, zeigt Graham Taylor von www.PottedHistory.co.uk hier sehr anschaulich:

https://www.facebook.com/groups/UCDExperimentalArchaeology/permalink/1712695542158563/

Schöne Repliken von ihm lassen sich hier erwerben:

https://potted-history.co.uk/collections/Roman

Und weil ich gestern gerade im Museum war, hier ein paar Beispiele römischer Tonwaren, hauptsächlich 4. Jh., aber auch ein bisschen 1./2. Jh. (Teller und Faltenbecher) und 6. Jh. (die runde Öllampe, die ist fesch, oder?) sind dabei.

Modernes Essen im römischen Kit

Rezept: Gemüse-Huhn-Pfanne aus dem Handgelenk. Mit Minzjoghurt.
Getränk: 4/5 Tonic, 1/5 Sekt
Geschirr: Repliken römischer Terra Sigilata
Besteck: Replik eines römischen Messers, Rest an römisches Besteck angelehnt (Schwanenlöffel, zweizinkige Gabel)
#mySCA #roman #romantableware #lebendigegeschichte
via Instagram

Römische Eier, ein Fund und ein Rezept

Ich versuche mal das ganze Infozeug von Facebook hier zu teilen statt dort, das heißt, es wird hoffentlich mehr content geben hier, aber wahrscheinlich kürzeren.

Los geht’s.

In Aylesbury, Buckinghamshire wurden, neben anderem, Überreste eines Korbs aus Eiche und Weide gefunden, sowie 4 Eier. Drei davon sind inzwischen kaputt, eines ist heil geblieben.

https://www.bbc.com/news/uk-england-beds-bucks-herts-50603415

Bilder mit der Bildersuche.

Und hier noch ein Eirezept von Apicius, gefunden auf der Seite http://www.klassischearchaeologie.phil.uni-erlangen.de/realia/essen/rezepte/ovis.html

In ovis hapalis: piper, ligustcum, nucleos infusos. Suffundes mel, acetum; liquamine temperabis.

Für weichgekochte Eier: Pfeffer, Liestöckel und eingeweichte Pinienkerne. Gieße Honig und Essig dazu und schmecke mit Liquamen ab.

Make-Up für die Römische Dame

Auch, damit ich es nicht vergesse:

PRODUCTS USED:

BATHING
Olive oil – Tesco

SKIN
Anhydrous Lanolin (Lanolin Wasserfrei)- Amazon

EYELINER
Crushed charcoal (Modern alternative: Black Loose Pigment – Sample Beauty)

EYE SHADOW
Crushed Lapis Lazuli stones
(Modern alternative: ‘Rubix’ Loose Pigment – Sample Beauty)

LIPS AND CHEEKS Lips and cheeks are the same:
Beeswax – Starchild Glastonbury
Olive Oil – Tesco
Red pigment – Sample Beauty

römische Kosmetik

Die wunderbare Sally Pointer hat ein Video vorbereitet, in dem sie die Grundausstattung römischer Kosmetik zeigt und erklärt. Schaut vorbei! 🙂

Sonnenschutz

Es wird Sommer, und was trägt man da als geneigte Römerin? Zum Beispiel einen Sonnenschirm.

Da gibt es unter anderem sehr schlichte Exemplare, die kann man sogar kaufen, allerdings war mir das gerade etwas zu viel Geld zum ausgeben und hatte ich auch keine Zeit und Muße mehr, das selbst zu basteln.

Also mußte die zweitbeste Lösung her, ein schlichter Dekoschirm. Ich habe mich bewußt für die Nylon (wie Seide) Variante entschieden, weil ich Angst hatte, dass mir Papier oder geöltes Papier zu schnell kaputt geht.

Gestern Abend beim Fernsehen wollte ich dann noch einen Stoffstreifen oder so etwas heraussuchen, damit es nicht ganz so hässlich und mit Kleberändern aussieht, und fand dabei… Ta-da ! die Überreste einer Tischdecke, von der ich damals die Fransenborte nicht brauchte. Wann braucht man sowas auch? Nun, heute. Welch ein Stück Glück.

Alles ist grob vorbereitet für die Arbeit während der Zugfahrt, lassen wir uns überraschen.

Pullum frontonianum

In einen Bräter:
200 ml Rotwein, 1 EL Salz, 100 ml Öl, 3 EL Muskatnuss, 3  EL Bohnenkraut, eine gute Menge Dill (3 EL lt Rezept), eine gute Menge frischer Koriander (3 EL lt Rezept, wobei nicht klar ist, ob Samen oder Blätter gemeint waren).

Ist unterm Strich auch fast egal, ob Samen oder Blätter – Hauptsache, viel. Man kann davon ausgehen, dass die originale Idee war: Koche Huhn in Liquamen mit allen Gewürzen, die du zur Hand hast.

3 Lauchzwiebeln dazu. 3 Hühnerbrustfilets dazu. Alles in den Ofen bei 200° für eine knappe Stunde. Ab & an mal den Sud übers Huhn kippen.

Dinkel dazu. (Gibt es inzwischen beim Rewe „Dinkel wie Reis“, ist narrensicher.)

Das war das Rezept, das ich genommen habe.

Hier ist eine leichte Abwandlung.

Cold Cream selbst gemacht

Im Zuge meines neuen Faibles für Römer-Reenactment habe ich mich auch ein wenig mit römischer Schminke beschäftigt und gestern abend nach diesem Rezept die sogenannte Cold Cream (erstmals im zweiten Jahrhundert von Galenos erwähnt) hergestellt.

Man nehme einen kleinen Topf (Flohmarktfund, 2 Euro) und befülle ihn mit einem TL Bienenwachspastillen (eBay), welche man schmilzt. Das Ganze geht verdammt schnell. Dann habe ich 4 TL Aprikosenkernöl dazugegeben. Eigentlich sollte es Rosenwasser und Olivenöl laut Rezept sein, aber ganz ehrlich: Rosenwasser ist teuer und Rosenblüten auch. Also habe ich mir gedacht, Rosenöl muß es auch tun. „Vom Fass“ hat zwar Wildrosenöl, als ich welches kaufen wollte, war’s aber grade alle. Ich habe mich dann für Aprikosenkernöl entschieden, Aprikosen gab’s im römischen Reich bestimmt schon. Zusätzlich zur Wachs-Öl-Mischung hinzugegeben habe ich ein paar Tropfen Rosenblütenöl (Naturkostladen, ca. 16 Euro; man möchte gar nicht glauben, wie unterschiedlich 16 verschiedene Rosenöle duften können). Im Nachhinein muß ich sagen, es waren vielleicht drei Tropfen zuviel, aber ich bin auch nicht so der Rosenduftfan. Nächstes Mal vielleicht mit Zitrone.

Dann habe ich den Topf vom Herd genommen heißes bzw. mindestens zimmerwarmes Wasser tropfenweise hinzugefügt. Das gibt lustige Knubbel, wenn die Tropfen im Wasser landen, also heißt es: rühren, rühren, rühren. In meinem Fall mit einem Holz-Schaschlikspieß. Solange Wasser hinzugeben und rühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ich habe vielleicht einen halben Teelöffel Wasser gebraucht.

In ein Gefäß geben, abkühlen lassen, fertig. Benutzen.

Zeitaufwand: 10 Minuten. Ehrlich jetzt. Heraus kommt eine kleine Menge, ca. 15 ml Creme. Die reicht allerdings auch locker. Da die Creme frisch hergestellt wird und sicher nicht so lange hält wie das ganze chemisch konservierte Zeug, ist es besser, weniger herzustellen und dafür häufiger mal die zehn Minuten aufzuwenden. Das Bild mit den Zutaten entstand nach der Herstellung, man sieht also, ich habe noch sehr sehr viel Material um sehr sehr viel weitere Creme herzustellen.

Die Creme letztendlich ist reichhaltig, keine Feuchtigkeitscreme, eher eine Fettcreme. Aber auch nicht so fett wie z.B. Bepanthen. Sie riecht gut und zieht schnell ein. Ich werde meine auf jeden Fall ganz normal benutzen. 🙂