SCA

SCA specific: some people say that being a peer isn’t an award, it’s a job.  What is the job description? #bilingual

english below | click here

Mistress Lyonet hat mir wieder eine Frage gestellt. In diesem Fall geht es darum, dass es einige Menschen gibt, die sagen, Peer zu sein, sei keine Auszeichnung, sondern ein Job. Daraus resultierend stellt sie die Frage: Was ist die Jobbeschreibung?

Darüber hinaus bin ich zu Recht angesprochen worden, dass ich natürlich auch die jeweilige Fragestellung hinterfragen könne und solle. Zum Beispiel beim letzten Artikel hätte ich fragen können, ob es überhaupt nötig sei, dass Peers im Königreich dafür sorgen sollen, dass Künste jedweder Art überall gleichmäßig existieren.

Falls das nicht zur Genüge im Artikel herausgekommen ist, dann hier noch einmal klar: Nein, ich denke nicht, dass Peers eine besondere Verpflichtung haben, sich um alle Künste zu kümmern. Ich würde aber sagen, man erwartet von ihnen eher, dass sie zum einen ihre Künste anderen Leuten nahe bringen und zum anderen aber auch ihren Fokus erweitern und stetig weiter lernen. All das unter der Prämisse, dass dies nicht nur für Peers gilt, sondern eigentlich für jeden Menschen.

Dass Mistress Lyonets Fragen durchaus provokativ gemeint sind, ist mir durchaus klar. Das ist auch gewollt von mir. Ich habe ein gewisses Vergnügen daran, derartige Thesen auseinander zu nehmen und auch einfach mal selbst zu stutzen und zu überlegen: „Huch, ist denn das eigentlich so, wie es der Fragesteller impliziert?“ Aber im Zuge dieser Artikelreihe, dieses Beantwortens von Fragen, würde ich mich gerne auf den Standpunkt stellen: Ich tue einmal so, als wäre die Grundfrage geklärt, und versuche mich auf den Inhalt der Frage zu konzentrieren.

Jetzt habe ich im vorherigen Absatz gerade geschrieben, dass es in meinen Augen wichtig ist lebenslang zu lernen und auch seinen Fokus zu erweitern. Das wäre ein Teil einer möglichen Jobbeschreibung für einen Peer in meinen Augen.

Kurz zum Hintergrund, so wie ich ihn bisher verstanden habe. Es gibt eine Fraktion von Menschen, die sagen, du bekommst eine Peerage dafür, dass du bisher gute Dinge geleistet hast. Es ist also so eine Art Oscar fürs bisherige Lebenswerk, wenn man so will. Oder zumindest ein Pokal fürs großartig sein. Es gibt eine andere Fraktion, die sagt, wir geben dir diesen Award, weil wir von dir erwarten, dass du etwas tust. Und natürlich gibt es diese Fraktionen wie immer nicht nur in schwarz oder weiß, sondern alle möglichen Mischverhältnisse dazwischen, eh klar.

Tendenziell neige ich eher zur zweitens Fraktion, also zur pragmatischen Sichtweise, dass mit einer Peerage schon eine Erwartung an die jeweilige Person gestellt wird, die den Award erhält, und dass das jetzt nicht einfach nur eine Medaille ist, die man sich daheim an die Wand hängt und im weiteren Verlauf seines SCA Lebens sich damit brüstet, was für eine tolle Medaille man doch hat und wie toll man mal irgendwann gewesen wäre.

Tja, spannende Frage. Jobbeschreibung. Ich muss gestehen, ich lese gerade noch einmal die Beschreibung durch, was der Unterschied zwischen Job und Arbeit ist (in der deutschen Sprache gibt es da Unterschiede). Mein Wörterbuch gibt mir als Übersetzung für das englische „Job“ die Begriffe Arbeit (work, piece of work), Auftrag (order, task) oder auch Aufgabe. Darüber hinaus ebenfalls Übersetzungen: die Stelle, die Tätigkeit, die Beschäftigung, der Posten. Also im Großen und Ganzen: das, was ich gerade tue. Nicht unbedingt das, was meine Ausbildung hergibt.

Nein, ich hörte gerade in mich hinein und merke: ich kann keine allgemeingültige Jobeschreibung für Peers geben. Aus dem einfachen Grund, dass jeder Peer so individuell ist wie der Mensch, der es ist. Dementsprechend sind die Aufgaben, die dieser Mensch übernimmt, natürlich unglaublich weit gefächert. Das ist eigentlich auch das schöne in der SCA, dass wir diese große Bandbreite an Talenten und auch an Möglichkeiten haben. Und auch hier bin ich wieder an dem Punkt, dass ich mir denke: Das gilt für alle SCAdians und nicht nur für die Peers.

Eigentlich habe ich am Anfang dieses Artikels gedacht, das ist leicht, das sind nur drei Zeilen. Die Jobbeschreibung ist: kümmere dich um das Wohlergehen der SCA im Rahmen deiner Möglichkeiten. Was jetzt Wohlergehen ist und was eigene Möglichkeiten sind, das kann ich nicht beurteilen.

Ein befreundeter Peer hat mir einmal gesagt, für sie sei eine Peerage so etwas wie eine Beförderung in das mittlere Management. Es sind die Leute, die nicht nur passiv an Events teilnehmen und sie zwei-, dreimal im Jahr genießen, sondern diejenigen, die aktiv daran arbeiten, dass die SCA blüht und gedeiht. Und vielleicht könnte man in einer idealen Form sagen, dass das die Jobbeschreibung sei: die SCA am Leben erhalten und voranbringen. Aber ist das gerechtfertigt gegenüber den vielen, vielen Menschen, die tagtäglich für eben dieses Wohlergehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten arbeiten und kein Peer sind?

Ich sitze hier gerade am Ende dieses Diktates und denke mir: „Mäh, das klingt jetzt alles wahnsinnig schwurbelig und nicht auf den Punkt.“ Und vielleicht gibt es auf eine derart gestellte Frage auch nicht die eine perfekte Antwort, die alle Fragen zur Zufriedenheit löst.

Wie ist denn das bei euch, was ist denn eurer Meinung nach Sinn einer Peerage? Seid ihr der Meinung, es ist ein Job? Seid ihr anderer Meinung? Wenn es ein Job ist, was würdet ihr sagen, ist die Jobbeschreibung?

english version

Mistress Lyonet has asked me another question. In this case, it is about the fact that there are some people who say that being a peer is not an award, but a job. As a result, she asks the question: what is the job description?

In addition, I have been approached and told that I could and should of course question the particular question being asked. For example, in the last article, I could have asked whether it was even necessary for peers in the kingdom to ensure that arts of any kind exist equally everywhere.

In case that didn’t come out enough in the article, then here again clearly: no, I don’t think peers have a special obligation to take care of all arts. But I would say they are more expected to, on the one hand, bring their arts to other people, and on the other hand, to broaden their focus and keep learning. All of this on the premise that this doesn’t just apply to peers, but actually to everyone.

It is quite clear to me that Mistress Lyonet’s questions are meant to be provocative. That is also intentional on my part. I take a certain pleasure in picking apart such theses and also simply pausing to think for myself, „Oops, is that actually what the questioner implies?“ But in the course of this series of articles, this answering of questions, I would like to take the stand: I’ll pretend for once that the basic question is settled, and try to focus on the content of the question.

Now I just wrote in the previous paragraph that in my eyes it is important to be a lifelong learner and also to broaden one’s focus. That would be part of a possible job description for a peer in my eyes.

Briefly on the background as I understand it so far. There is a faction of people who say you get a peerage for doing good things so far. So it’s kind of like an Oscar for your current lifetime achievement, if you will. Or at least a trophy for being great. There’s another faction that says we’re giving you this award because we expect you to do something. And of course, as always, these factions don’t just come in black or white, but all sorts of mixes in between, obviously.

I tend to lean more towards the second faction, i.e. towards the pragmatic view that with a peerage, an expectation is placed on the respective person who receives the award, and that this is not just a medal that you hang on your wall at home and boast about in the further course of your SCA life what a great medal you have and how great you have been at some point.

Well, it’s an interesting question. Job Description. I must admit, I’m just reading through the description again, what is the difference between job and work (in the German language there are differences). My dictionary gives me as translation for the English „job“ the terms Arbeit (work, piece of work), Auftrag (order, task) or also Aufgabe. In addition, also translations: the job, the activity, the employment, the post. So in general: what I am doing at the moment. Not necessarily what my training/education is about.

No, I just listened to myself and realize: I can’t give a universal job description for peers. For the simple reason that each peer is as individual as the person who is. Accordingly, the tasks that this person takes on are of course incredibly wide-ranging. That’s actually also the beautiful thing in the SCA, that we have this wide range of talents and also of opportunities. And again, I’m at the point where I think to myself, this is true for all SCAdians and not just peers.

Actually, at the beginning of this article I was thinking, this is easy, this is just three lines. The job description is: take care of the welfare of the SCA within your means. Now what is welfare and what are own possibilities, I can’t judge.

A friend (being a peer herself) once told me that for her, a peerage is something like a promotion to middle management. These are the people who don’t just passively attend events and enjoy them two or three times a year, but are the ones who actively work to make the SCA thrive. And perhaps in an ideal form, you could say that’s the job description: to keep the SCA alive and moving forward. But is that justified to the many, many people who work day in and day out for that very well-being within their means and are not a peer?

I’m sitting here right now at the end of this dictation thinking to myself, „Whew, all this sounds insanely swaggering and not at all to the point.“ And perhaps there is no one perfect answer to a question posed in this way that solves all questions to satisfaction.

What about you guys, what do you think is the point of a peerage? Do you think it is a job? Do you disagree? If it is a job, what would you say is the job description?

5 Gedanken zu „SCA specific: some people say that being a peer isn’t an award, it’s a job.  What is the job description? #bilingual“

  1. I used to think of elevation as a job promotion – moving to management, so to speak.
    And there’s some valuable parallels to the work world for peers.
    At the same time, I echo Lyonet in noting that this is a job without pay, holidays, sick leave/family leave, or retirement benefits.
    The usual „(fair) exchange labour for benefits“ calculation doesn’t apply.

    I think considering it a job is a choice. If your idea of a job *does* include holidays and benefits where you can comfortably remove yourself from the Society and *not* feel awkward and guilty for not contributing, then it’s a metaphor that works for you.
    If your idea of a job is relentless, always on call, interrupted holidays or holidays-that-are-work…you risk burning out faster.

    I now refer to the Society as a game: it’s one I play because I love it, but I don’t have to play all the time, and when it stops being fun, I can step away. Because playing a game that isn’t fun has no rewards.

    Another metaphor, for Discworld readers: peers are witches 🙂 in that they stand at the borders and edges, they teach, they sometimes are nosy busybodies, sometimes pick up awkward stuff, and support people (and sheep) when times are tough. They also visit a lot, and appreciate a cup of tea and a biscuit. 🙂

    Regarding Aodh’s comment about people disappearing after they’re elevated: those folks could be highly externally motivated, and without a goal like peerage they don’t enjoy it.

    OR…as I’ve seen a lot – their elevation overlaps with peak time in career, intensive child-rearing time, time to care for elderly family, relationship changes …or burnout. And one of the first points driven home to new peers is that Real Life Comes First ™. Noone should break themselves over a game, even an important one.

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  2. The job of a peer is to improve things. Any things, preferably in their immediate area, but also anywhere they can reach. Until someone is a peer, I feel, they MAY improve things, but they don’t HAVE TO. A peerage says „the kingdom trusts you to get on with making things better“.

    Not coincidentally, the unofficial process of taking on dependents is literally that – making things better for those specific people, and for those around them, and enabling them to make things better on the peer’s behalf wherever they are. So peerage also says „the kingdom trusts you to take on people to help you make things better“.

    There is a thing you see occasionally where people achieve a peerage, and then sort of disappear. I have, as you can imagine, an intense dislike of that. 🙂

    Aodh (not a peer)

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    1. „exemplary things“ might be the right track. Another commenter just told me „peers *are* the SCA, they set the example of how we want to be“. This is pretty big shoes to fill, but definitely one good explanation. As is yours in its short & pure form.
      I seem to forget or overlook the obvious in my blog posts …. ahem. Maybe I am to petrified by the expectation XD.

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